
Cyrano de Lancé
Wie bei allen Charakteren, so wird auch die Geschichte dieses Charakters nach wie vor geschrieben. Es können sich also durchaus noch Änderungen ergeben. Aber als grobe Richtlinie mag sie dienen. Und da jeder anscheinend das Bedürfnis hat, einen möglichst strahlenden Helden darzustellen habe ich mich für die andere Richtung entschieden - Cyrano ist eher ein Versager, der mehr von seinen Träumen getrieben wird, denn von realen Erfolgen :)
Cyrano ist eher ein Versager, der mehr von seinen Träumen getrieben wird, denn von realen ErfolgenAls dritter Sohn eines kleinen Adelsgeschlechtes aus dem Rheinischen war für Ihn eigentlich die Laufbahn als Verwalter der Ländereien seines Bruders vorgesehen, was ihn, der sich zu heroischen Taten berufen sah, nicht begeisterte. Auch die Aussicht auf das eher karge Salär verleiteten Ihn, sich in jungen Jahren eine Verdingung als Page zu suchen. Kaum war er zum Knappen gereift, nahm sein Herr das Kreuz und zog mit Friedrich II. nach Jerusalem. Seine Abenteuer fand Cyrano dort nach wie vor nicht, aber sein Herr dafür den Tod in einem eher unbedeutenden Scharmützel eher zufällig befand sich Cyrano dabei zwischen seines Herren Pferd und der Lanze eines Gegners, ein Zufall, der ihm durch Beobachter als besondere Tat zuerkannt wurde, was ihm die Protegierung durch den Fürsten von Antiochia und später den Ritterschlag durch den König von Jerusalem einbrachte.
Aufgrund der geringen Anzahl Bewaffnetter sah Cyrano in den christlichen Ländern auf heiligem Boden seine Zukunft, und stieg unter verschiedenen Herren im Laufe der Jahre zu bescheidenem Wohlstand auf er diente als Laie ein Jahr in den Reihen der Hospitalier, erhielt als Dank für geleistete Dienste aus den Händen des Bishofs seinen purpuren Mantel und im Königreich Jerusalem erhielt er ein kleines Landgut zur Lehnshand nahe Kerak, welches ihm durch eine nahegelegene Salzproduktion ein gutes Auskommen bescherte. Seine stark durch Vorurteile geprägte Meinung über Araber änderte sich im direkten Kontakt erheblich, er nahm gar viele der Eigenarten des Feindes an.
Neben vielen Erfolgen sah er aber auch den Fall Jerusalems, und damit seiner finanziellen GrundlageNeben vielen Erfolgen sah er aber auch den Fall Jerusalems, und damit seiner finanziellen Grundlage. Seiner finanziellen Basis beraubt, setze er zunächst nach Zypern über,wo er auf eine Gruppe Ritter traf, die wie er nach neuer Beschäftigung suchend, Granada als Ihr nächstes Ziel erkoren.
In Kastilien angekommen stellte er sich in den Dienst Leons IX und nahm unter seiner Flagge an zwei (erfolglosen) Kriegszügen teil. Er wurde Vetrauter und Kurier der Königin und erhielt durch sie die Erlaubnis, einen Knappen anzunehmen. Durch seine Tätigkeit als persönlicher Kurier, geriet er schnell in die Intriegen des kastilianischen Hofes, denen er nicht wirklich gewachsen war. Einen dritten Zug verweigerte er aus Protest der Behandlung von Juden in Kastilien, die seinem offenen Weltbild, das er sich in den Kreuzfahrerstaaten angeeignet hatte, zuwiederlief und machte seine Person dadurch anfällig für die Einflüsterungen durch den Klerus - bei einem Turnier, an dem er sich im Übermut beteiligte, verlor er durch eben diese Intriegen im Tjoste Rüstung, Pferd, Waffen und beinahe sein Leben, erkennend, daß er zu einer Gefahr für die Königin wurde beendete er in einem letzten Akt der Loyalität seinen Dienst bei ihr ein weiteres mal in seinem Leben gedemütigt und bar jeden Vermögens kehrte er Kastilien den Rücken und reiste mit seiner verbliebenen Habe zurück in seine ungeliebte Heimat.
Gegenwärtig reist er mit einer Gaukler- und Musikantengruppe, welche er im Burgunderland trafSeinen Unterhalt für sich und seine Begleiter verdient er eher schlecht als recht wie viele seines Standes als Söldner mal auf der einen, mal auf der anderen Seite im Fussvolk, als gemeiner Hauptmann oder gar nur als Freier ... immer auf die Chance hoffend, genug Beute zu machen, um in ein standesgemäßes Leben zurückzukehren.
Gegenwärtig reist er mit einer Gaukler- und Musikantengruppe, welche er im Burgunderland traf und der er seinen bewaffneten Schutz angeboten hat - nicht, daß sie wirklich darum erfragt hätten :)
Die noch nicht geschriebene Zukunft ...
In Aquisgranum, das zunehmend nach Unabhängigkeit strebt, dient er als Hauptmann der Grafschaft des Jakobstores. Letzmalig erwähnt wird er 1288 zur Schlacht von Worringen, wo er schon recht betagt, auf Seiten der Kölner Stände focht und vermutlich auch auf dem Felde blieb. Er entschied sich dazu mit dem Hinweis, er müssen „einmal im Leben das richtige tun“
© 2003-2007 Holger Rinke. Letzte Aktualisierung: 24.12.2006